Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine wohlbekannte Störung, die seit über 100 Jahren in der medizinischen Literatur beschrieben wird. Die genaue Entstehungsursache ist jedoch auch heute noch nicht vollständig geklärt. Die intensive Erforschung des Krankheitsbildes hat jedoch wichtige Fortschritte in Diagnostik und Therapie ermöglicht und auch dazu beigetragen, dass weit verbreitete Irrtümer im Zusammenhang mit ADHS objektiv widerlegt werden können.
Beispielsweise kann es für Eltern betroffener Kinder wichtig sein zu wissen, dass die Entstehung dieser Krankheit nicht mit möglichen Erziehungsfehlern einhergeht. Vielmehr zeigen viele Studien eine starke genetische Komponente. Wenn bestimmte Risikofaktoren hinzukommen, kann sich ADHS als neurobiologische Störung auf der Ebene neuronaler Netze manifestieren. ADHS-bedingte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme entstehen nach aktuellem Stand der Wissenschaft durch teilweise veränderte Kommunikation im Gehirn
Der Begriff Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichnet meist eine Störung, die sich spätestens in den ersten Klassen der Grundschule bemerkbar macht. Drei wesentliche Anzeichen bei Kindern und Jugendlichen lassen sich erklären: Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivität und Impulsivität.
Im Alltag treten diese Symptome regelmäßig in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens (Familie, Kindergarten, Schule, Kontakt zu Gleichaltrigen) auf. Es gibt viele Gründe und Situationen, die Probleme verursachen können. Muster können oft bei einzelnen Patienten identifiziert werden
Aufmerksamkeitsstörung: Leicht ablenkbar
Aufgrund des hohen Ablenkungsgrades fällt es dem betroffenen Kind schwer, sich auch auf Kleinigkeiten zu konzentrieren. Dadurch haben Schulkinder große Probleme, ihren Unterricht und ihre Hausaufgaben zu erledigen. Häufig kommt es vor, dass begonnene Aufgaben oder Spiele nicht abgeschlossen werden. Ein gestarteter Job wird kurz unterbrochen und stattdessen eine neue Aktivität gestartet.
Hyperaktivität: Starker Bewegungsdrang Stillsitzen ist selbst für kurze Zeit sehr schwierig oder unmöglich. Dies ist sehr auffällig bei Kindern im Grundschulalter, die über Tische und Bänke im Klassenzimmer klettern.
Impulsivität: Unkontrolliertes Handeln
Eine Besonderheit ist oft die fehlende Kontrolle über die Planung von Maßnahmen. Betroffene Kinder handeln eher impulsiv als vorausschauend. Eine unscharfe Antwort, bevor eine Frage abgeschlossen ist, oder beispielsweise eine Anweisung oder Aufgabe auszuführen ohne sie vollständig zu verstehen.
Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sind ziemlich häufige Krankheitsmerkmale und können nicht nur bei ADHS, sondern auch bei vielen anderen Störungen auftreten. Auch gesunde Kinder können unaufmerksam, hyperaktiv oder impulsiv werden, aber im Vergleich viel seltener und in größerem Ausmaß. Wichtig zu wissen ist, dass der Übergang von gesund zu krank fließend ist. Neben klar definierten Verläufen gibt es auch schwieriger einzuschätzende Grenzfälle.
Diese Geduld kann für Eltern von Kindern mit möglichen ADHS-Symptomen schwierig sein. Zudem eskaliert die Situation im häuslichen und kindlichen Umfeld oft schon. Schlechte schulische Leistungen, Ausschluss aus Sportvereinen wegen unangemessenen Sozialverhaltens oder anhaltende häusliche Konflikte können für alle Beteiligten viel Stress bedeuten. Dennoch sollte die Diagnose sorgfältig und rechtzeitig gestellt werden.
Bis heute sind keine Laborverfahren oder andere spezifische Tests bekannt, die ADHS zuverlässig diagnostizieren können. Die Auswertung der beschriebenen Beschwerden erfolgt daher schrittweise auf mehreren Ebenen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Umweltsituationen des Kindes. Klare Bilder erscheinen nicht immer sofort, daher kann Geduld und die Behandlung bei einem Kinderpsychiater erforderlich sein, bis eine zuverlässige Diagnose gestellt wird.
Der erste Schritt besteht darin, zu prüfen, ob die Symptome durch etwas anderes verursacht werden können, das ähnliche Symptome wie ADHS verursacht (z. B. eine Schilddrüsenerkrankung). Dazu gehört eine gründliche körperliche Untersuchung. In dieser Diagnosephase ist es wichtig, das Problem einzugrenzen. Ärzte stellen zum Beispiel Fragen zum ersten Auftreten von Symptomen oder zu den Umständen, unter denen sich Symptome häufen, und wie sehr die beschriebenen Symptome den Alltag des Kindes und möglicherweise die Familie insgesamt beeinträchtigen auf dieser Grundlage ausgedrückt werden.